Einführung


Die Auseinandersetzung mit der Antike gehört zu den Konstanten der europäischen Kulturgeschichte und hat auch in der Gegenwart ihre Bedeutung nicht verloren. Das 1992 von Prof. Dr. Bernd Seidensticker an der Freien Universität Berlin gegründete Archiv für Antikerezeption hat das Ziel, Umfang, Formen und Funktionen der literarischen Antikerezeption nach 1945 erstmals systematisch aufzuarbeiten. Bislang umfassen die beiden großen Datenbanken zur Primärliteratur (pld) und Forschungsliteratur (fld) mehr als insgesamt 7000 Datensätze, in denen die Rezeptionsbezüge deutschsprachiger Texte bzw. die Inhalte der einschlägigen Forschungsliteratur aufgeschlüsselt werden. Die beiden Datenbanken können von jedem Interessierten frei genutzt werden (siehe hierzu 'Volltextsuche', in der linken Menuleiste).

Das Projekt "Receptions of Antiquity" setzt die Arbeit des Archivs fort - in einer digitalen Umgebung und mit der Möglichkeit, Volunteers, die sich mit kleineren Beiträgen beteiligen wollen, in die Arbeit an dem Projekt einzubeziehen (siehe 'Mitmachen', in der oberen Menuleiste).

Neben der systematischen Erweiterung der bestehenden Datenbanken, etwa zu den Antikebezügen in einem der genres (z.B. Comic, Kinderbuch, Oper, Architektur, Philosophie), die in den beiden Datenbanken bislang noch nicht berücksichtigt sind, ist es zudem möglich, neue, kleinere Datenbanken als gesonderte Bestände in die platform aufzunehmen. Zu denken ist hier an die Versammlung von Datensätzen, in denen ein überschaubares (Forschungs-)Thema im Zentrum steht, das (auch) Materialien aus der nicht-deutschsprachigen Literatur oder aus der Zeit vor 1945 umfaßt, oder auch die Mitarbeit an einer Datenbank, in der Antikebezüge in der niederländischen bzw. englischsprachigen Literatur nach 1945 versammelt werden sollen.

Thomas Habbel "Chiemsee-Landschaft" 1967/68 Öl auf Leinwand (77x109)


Neben den Datenbanken ist das Projekt im Besitz eines materiellen Archivs, das einen Großteil der untersuchten Texte in Kopien bereit hält und von den Mitarbeitern und Volunteers vor Ort genutzt werden kann.

Thomas Habbel "Urlandschaft" 1971 Öl auf Leinwand (104x122)




 

Wer ist eigentlich dieser Achill, fragte die Schildkröte und fraß weiter an ihrem Salatblatt
Arnfrid Astel
Philologische Interessen konnten nicht bedient werden.
Bertolt Brecht
Feuergefährlich ist viel. Aber nicht alles, was feuert, ist Schicksal, Unabwendbares.
Max Frisch
Ich ziehe mich zurück in das Federkleid schwebender aufsteigender Sätze
Günter Kunert
Die Moderne [kann] sich nur richtig verstehen, wenn sie sich aus der Antike versteht.
Michael Theunissen
Zuviel Abendland, Verdächtig.
Günter Eich